Mensch gegen Maschine – mein Wettrennen gegen eine Fähre

Neulich klingelte mein Handy:

“Hallo Anne, was denkst du über ein Wettrennen gegen eine Fähre von Dänemark nach Deutschland?”

“Ja, klingt nach viel Spaß – wann?”

“Wir brauchen dafür Nord-West Wind.”

“Okay, ich bin dabei!”

Das war so ziemlich die einzige Information, die ich bekommen hatte bevor ich vor zwei Tage nach einer 3-stündigen Fahrt von Hamburg in Römö (Dänemark) aufgewacht bin. Es ist nicht so, dass ich von den Veranstaltern keine Infos erhalten hatte, ich hatte nur kein Zeit sie zu Lesen…

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Als wir das extra aus München eingeflogene Kamerateam abgeholt hatten, merkte ich schon, dass es sich hier um eine größere Sache handeln muss. Und das war sie!

Natürlich habe ich die Kitepumpe vergessen, somit hatten wir schonmal das erste Problem. Das zweite Problem war der fehlende Wind, also der äußerst schwache Wind. Dabei hatte ich einen 10m2 als größten Kite (kleiner Hinweis an Naish: ich warte immer noch auf die Nummer größer) und mein Freestyle Board mit fester Bindung.

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Am Ende war ich dann aber doch ziemlich froh fest in den Boots zu sein, da zwischen Römö und Sylt durch die Strömung chaotische Wellen bis zu 2 Meter entstanden, die mich von allen Seiten trafen.

Vor dem Rennen gingen wir auf der Karte den Kurs zusammen mit dem Rettungsboot und dem Kapitän der Fähre durch.

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Normalerweise war ich mir super sicher, die Fähre zu schlagen aber mit weniger als 10 Knoten hatte ich keine Chance. Ich startete das Rennen an der Westküste von Römö mit 9-10 Knoten, die Fähre startete an der Ostküste von Havneby.

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Ich ware für die ersten 5-6 km allein, um dann auf halber Strecke auf das Rettungsboot zu treffen. Bis ich an diesen Punkt angekommen war, ging der Wind ganz runter und ich musste ziemlich kämpfen, um den Kite oben zu halten. So zog die Fähre an mir vorbei.

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Großartig! Ich bereite mich dann seelisch schon mal auf den “walk of shame” oder in dem Fall besser, auf den “swim of shame” vor…

Doch ganz plötzlich merkte ich, wie der Wind zurück kam und ich mit 15-16 Knoten endlich genug Druck im Schirm hatte. JA!! Dann werdem wir die Fähre mal wieder einholen.

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Es wa reine unglaubliche Erfahrung, als ich In Luv auf Höhe der Fähre gefahren bin! Als ich sie eingeholt hatte, konnte ich das Dröhnen der Schiffsturbinen hören, als sie Gas gab. Offensichtlich wollte der Kapitän sein Wort halten, indem er wirklich gewinnen wollte!

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Auf dem letzten Kilometer, Seite an Seite, ist es keine Lüge zu sagen, dass ich die Fähre auf der Zielgeraden geschlagen habe. Was für ein Adrenalinrausch das war! Hier der Beitrag von N24

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