Fotografie – Die Top 5 Tipps für bessere Kitesurf-Fotos

Das Schöne an der Fotografie ist, dass wir an die tollen Momente beim Kitesurfen zurückdenken oder sie mit den Liebsten teilen können. Stellt euch vor ihr seid an einem wunderschönen Strand mit kristallklarem Wasser auf Sansibar, kitet entlang der Palmenbedeckten Küste vor Sri Lanka oder erlebt einen unvergesslichen Sundowner in Brasilien. Umso ärgerlicher ist es, wenn das Aufgenommene nichts geworden ist. Das kann zum einen Wassertropfen auf der Linse sein, aber auch schlechte Belichtung oder Unschärfe, die einen dann nerven. Deswegen habe ich euch paar Tipps zusammengestellt, damit ihr das bei eurer nächsten Kite Session verhindern könnt. Der weitere Vorteil ist es, wenn ihr Bilder von euch beim Kiten macht, dass ihr eure Körperhaltung seht. Man hat richtig viel Spaß und einfach ein super gutes Gefühl auf dem Wasser, aber an der Körperhaltung kann manchmal noch was geändert werden. Vor allem am Anfang beim Kitesurfen lernen.

Noch einen kleinen Tipp vorweg! Ihr solltet euch am besten vorher Gedanken machen was ihr gerne für ein Resultat haben wollt. Ich gehe meistens innerlich den Spot durch und suche mir verschiedene Winkel oder Motive aus, die ich an dem Tag fotografieren oder filmen möchte. Je nach dem werden natürlich auch die Einstellungen geändert.

 

 

1. Wählt die richtige Tageszeit aus

Die Nummer Eins und für mich mit das Wichtigste, um gute Fotos machen zu können, ist das Licht! Am besten eignet es sich morgens oder abends zu fotografieren, dadurch bekommt ihr eine außergewöhnliche Stimmung in eure Aufnahmen. Denn das Licht ist dann sehr weich und hat ein interessantes Farbspiel, als das Mittagslicht. Zudem vermeidet ihr beim Fotografieren extreme Spiegelungen auf dem Wasser und unschöne Schatten im Gesicht, die in der Mittagssonne gerne mal auftreten. Ein weiterer Vorteil ist es morgens oder abends eure Momente festzuhalten, dass der Kitespot etwas leerer ist. Viele Frühstücken noch gemütlich oder sind schon mit Freunden beim Abendessen. Dadurch zieht ihr beim Betrachten des Bildes den Fokus auf euch beim Kiten, denn drumherum lenken andere Kiter nicht ab. Zudem gibt es doch nichts Schöneres an einem halb leeren oder sogar alleine am Spot zu Kiten und genügend Platz zu haben um neue Kitemoves zu üben.

 

2. Nutzt verschiedene Perspektiven

Um mehr Spannung in eure Bilder reinzubekommen, solltet ihr verschiedene Perspektiven ausprobieren. Es kommt hier auch drauf an, ob ihr alleine seid oder euer Partner dabei ist, der paar Fotos von euch machen kann.

Seid ihr zu zweit, dann ist das alles doch etwas einfacher! Hier sind ein paar Ideen welche Perspektiven etwas Abwechslung mit reinbringen:

  1. Was ich persönlich sehr gut finde ist, die Perspektive beim Starten. Der Kite schwebt kurz über dem Boden und der Fokus der Kamera liegt auf der Person oder auf dem Kite. Dadurch nimmt man die Dimension des Kites zur Person besser wahr und ihr habt einen interessanten Vordergrund!
  2. Um weitere Abwechslung in die Fotografie hineinzubringen, kann der Partner Aufnahmen von euch machen, während ihr z.B. die Leinen anknüpft, den Kite aufpumpt oder wie ihr gerade das Kitematerial aus dem Auto nehmt.
  3. Aufnahmen vom Strand aus. Damit auch hier etwas Spiel ins Bild kommt, empfehle ich einen schönen Vordergrund sich zu suchen. Dieser sollte allerdings nicht vom eigentlichen Ziel ablenken, ihr könnt hier auch den Vordergrund z.B. unfokussiert lassen. Eine kleine Sanddüne, Gräser oder auch eine Person lockert das Foto etwas auf und zeigt bei z.B. einem Sprung die Dimensionen der Höhe. Hier hängt es allerdings auch einfach davon ab was ihr für ein Equipment habt. Nutzt ihr euer Smartphone, ist es sinnvoller lieber näher ans oder ins Wasser zu gehen, damit der Kiter auch noch zu erkennen ist. Möchtet ihr einen neuen Blickwinkel haben, lohnt es sich auch mal in die Hocke zu gehen und etwas über der Wasser- oder Strandoberfläche zu fotografieren.

 

Solltet ihr alleine sein eignet sich natürlich die GoPro perfekt dafür. Passende Helfer sind z.B. der Selfiestab oder verschiedene Befestigungen an den Leinen, Board oder die Mundhalterung.

  1. Während ihr den Kite aufbaut, könnt ihr die GoPro etwas weiter wegstellen und euch dabei filmen und später z.B. im Zeitraffer wiedergeben.
  2. Nahaufnahmen vom Kite, Board oder anderen Details die Abwechslung mit reinbringen.
  3. Natürlich darf das gute alte Selfie nicht fehlen.
  4. Und definitive sollte auch eure Kitesession auf dem Wasser mit drauf sein. Hier gibt es viele verschiedenen Möglichkeiten euch zu filmen oder zu fotografieren. Die Perspektive durch die Mundhalterung zeigt viel von der Umgebung und das allgemeine Feeling. Möchtet ihr jedoch euch direkt bei euren Kitetricks aufnehmen, dann wäre die Halterung für die Leinen optimal.

–> Kleiner Tipp: Der Goldenen Schnitt lässt das Bild harmonischer aussehen, hier wird das Ziel nicht mittig ins Bild gesetzt, sondern seitlich.

 

3. Stellt die GoPro vorher richtig ein

Slow Motion Aufnahmen

Ich bin anfangs davon ausgegangen je höher die Qualität während der Aufnahme, desto besser das Resultat. Doch das stimmt nicht immer so! Das seht ihr wunderbar bei der Slow Motion Aufnahmen. Die GoPro hat die Möglichkeit in 4K aufzunehmen, allerdings nur mit 60 oder 30 Fps (frames per second), das lässt die Aufnahme bei einer Reduzierung auf 25% ruckeln. Um einen weicheren Übergang hinzubekommen, stellt die GoPro auf 1080p und 120fps, dadurch wirkt das Video deutlich smoother. Das liegt einfach an der doppelten Anzahl von Bildern pro Sekunde, die die Kamera aufnimmt. Dorian, oder auch der Kite-Buddy genannt, erklärt und zeigt das sehr gut in seinem Quick Tipp Video.

Time Warp

Eine weitere und vor allem praktische Einstellung ist der Time Warp Modus. Durch diese Einstellungen werden deine Aufnahmen stabilisiert und Verwacklungen werden reduziert. Ihr könnt die Geschwindigkeit auf das 2x, 5x, 10x, 20x und 30x erhöhen. Je schneller die Geschwindigkeit ist,  desto mehr Stabilität erhält euer Video.

Normale Videos

Möchtet ihr ganz normale Videos machen und diese am Ende zusammenschneiden, bietet sich natürlich die 4K Einstellung wunderbar. Hier habt ihr den klaren Vorteil, wenn jemand von weiter weg filmt, dass ihr im Nachhinein ohne großen Qualitätsverlust ranzoomen und zuschneiden könnt. Achtet aber auf genügend Speicherplatz, denn 4K benötigt natürlich deutlich mehr Speicherplatz und auch Akku. Zudem könnt ihr über die Quick-App auch Bilder rausschneiden, somit habt ihr quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, indem ihr Fotos und Videos mit nur einer Aufnahme gemacht habt.

–> Wiederholt eure Moves und filmt diese von verschiedenen Positionen aus. Das verleiht dem Video im Nachhinein mehr Vielfalt und ihr habt einfach mehr Auswahl, um die perfekten Videos rauszusuchen.

Fotografie

Die GoPro eignet sich auch sehr gut für Aufnahmen. Ich würde euch den Timelaps Modus empfehlen. Hier wählt ihr in welchem Zeitabschnitt ihr je ein Bild machen möchtet, ob 0.5 Sekunde, 1 Sekunde, 2 Sekunden, 5 Sekunden etc. dies geht solang bis ihr die Aufnahme beendet. Für das Kiten eignet sich z.B. 0,5 – 2 Sekunden sehr gut. Durch die schnellen Bewegungen beim Kiten, werden dadurch viele Bildausschnitte mit aufgezeichnet. Allerdings solltet ihr auch hier auf genügen Speicherplatz achten, denn es können gerne mal hunderte an Bildern entstehen.

Eine weitere Einstellung ist die Perspektive. Meistens sieht die Weitwinkelperspektive einfach klasse aus, es gelangen mehr Details auf das Foto und es wird mehr von der Umgebung preisgegeben. Allerdings solltet ihr bei einer Nahaufnahme den Weitwinkel vermeiden, dieser lässt eure Nase wachsen oder verzerrt das Gesamtbild. Schaltet hierzu einfach in die normale Perspektive, um dies zu verhindern.

4. Wählt in den Einstellungen eurer Kamera die richtigen Funktionen aus

Bei einer Digitalkamera oder anderen Kameras, wo ihr die Möglichkeit habt Einstellungen vorzunehmen, solltet ihr folgendes beachten:

  1. Schnelle Verschlusszeit. Da ihr schnelle Bewegungen vor der Kamera habt, würde bei einer langen Verschlusszeit das Bild unscharf werden. Desto dunkler wird jedoch das Foto, dieses könnt ihr mit der Blende oder mit dem Iso-Wert wieder ausbessern. Ich mache vorher paar Testfotos und passe die Einstellungen dann je nach Belieben an.
  2. Offene oder geschlossene Blende? Ich nutze am liebsten die offene Blende z.B. f3,5-5,6. Der Blick wird direkt auf das Hauptziel gelenkt, indem der Vorder- oder Hintergrund unscharf wird. Das Fokussieren benötigt allerdings seine Zeit und könnte im Endeffekt das Ziel unscharf stellen. Wenn ihr euch nicht sicher seid, einfach paar Testfotos schießen oder ich schließt die Blende. Denn je geschlossener die Blende (z.B. f11-22) ist, desto mehr Tiefenschärfe erhaltet ihr. Allerdings wird das Bild dadurch dunkler, da nicht mehr so viel Licht auf den Sensor trifft.
  3. Benötigt ihr etwas Helligkeit könnt ihr mit dem Iso-Wert es etwas korrigieren. Beachtet hier, dass das Bild anfängt zu rauschen, je höher ihr den Wert einstellt. Sollte das der Fall sein, fotografiert lieber etwas zu dunkel, denn das könnt ihr im Nachhinein immer noch bearbeiten und aufhellen.
  4. Nutzt Serienbilder, dadurch habt ihr eine höhere Chance den richtigen Moment mit aufgenommen zu haben.

 

5. Achtet auf das drum herum

In dem Punkt 5 geht es um Kleinigkeiten, die das Bild stören könnten. Allerdings sind diese auch schnell zu beheben und deswegen umso ärgerlicher!

  1. Die Batterie. Wie häufig war ich schon in der Situation, dass ich das perfekte Motiv vor mir hatte, aber meine Kamera ging einfach aus. Seitdem habe ich 3 Akkus dabei, die ich vor dem Fotografieren abends auflade. Solltet ihr alle aufgeladen haben und nach ein paar Monaten erst wieder die Kamera aus der Schublade holen, checkt einmal den Akku-Stand. Viele entladen sich über eine gewisse Zeit von selber.
  2. Die Wassertropfen auf der GoPro. Beste Kite Session, super Feeling und dann am Ende merken, dass man kaum was auf den Aufnahmen sehen kann. Das passiert gerne mal dank der Wassertropfen auf der Linse – das war wohl nichts. Also immer schön am Anfang und während der Session die GoPro checken.
  3. Störgegenstände. Schaut durch den Sucher der Kamera und achtet auf die Kleinigkeiten. Liegt Müll herum? Dann tuen wir der Umwelt doch etwas Gutes und räumen es weg, dadurch sieht das Bild doch gleich viel schöner aus. Oder auch ein leichter linksdreher kann ein unschönes Gebäude aus dem Bild verschwinden lassen.
  4. Versucht möglichst wenig andere Kiter durch Veränderung der Perspektive auf das Bild zu bekommen, so kommt das Hauptziel deutlicher zum Vorschein.
  5. Fotografiert am besten mit der Sonne im Rücken. Das kann nicht immer verhindert werden und manchmal sieht es z.B. auch super interessant aus durch Schattenspiele. Allerdings kann es auch schnell dazu führen, dass das Wasser extrem überbelichtet ist und kaum etwas zu erkennen ist. Generell heißt es, lieber etwas zu dunkler zu fotografieren, als zu hell. Denn bei einer Überbelichtung verschwinden die Details, die ihr in der Nacharbeitung nicht mehr zurückgewinnen könnt.

So und jetzt ran an die Kamera und rauf aufs Wasser! Viel Spaß! ;)