Linus Erdmann – Interview mit dem 5-fachen deutschen Meister im Freestyle Kitesurfen

Das exklusive Interview mit dem Profikiter Linus Erdmann

Linus Erdmann, der Kitesurfprofi aus Norddeutschland, reist seit mittlerweile schon drei Jahren mit KiteWorldWide um die Welt. Trainiert für Wettkämpfe, wie zuletzt auf Sansibar und Djerba. Testet traumhafte Kitespots, Wind und Unterkünfte in KiteWorldWide’s Kitezielen. Kreiert unglaubliche Bilder und Videos in postkartenreifen Kite Destinationen. Außerdem bietet Linus vor Ort sein exklusives VIP Coaching an, bei dem er euch persönlich unterrichtet und den vielleicht entscheidenden letzten Hinweis für den angestrebten Trick gibt.

 

Wie ist es mit KiteWorldWide rund um die Welt zu reisen? Du hast ja mittlerweile fast alle Kitesurf Destinationen von KiteWorldWide bereist.

In der Tat, habe ich fast alle KiteWorldWide Destinationen gesehen und bin durchweg begeistert von den Spots, Unterkünften und dem kompetenten Personal vor Ort. Alles zusammen macht für mich den Kitesurf Urlaub perfekt.

Ich habe die Möglichkeit selber für das Kitesurfen zu trainieren und Videos sowie Coaching anzubieten. Kiten lernen ist bei KiteWorldWide sehr einfach, da an den meisten Spots die optimale Bedingungen für Kitesurf Beginner herschen.

 

Was waren bisher deine top Kitesurf Destinationen von KiteWorldWide und warum würdest du diese zum Kitesurfen empfehlen?

Mein Favorit unter den zahlreichen KiteWorldWide Destinationen ist aktuell Djerba. Kurz dahinter kommt Brasilien. Beide Spots haben eine perfekte Flachwasser und stehtiefe Lagune mit jeder Menge Wind, also bestens zum Kitesurfen lernen oder um die Kiteskills im Urlaub zu verbessern.
Djerba hat mich mit am meisten begeistert, da die Menschen vor Ort extrem freundlich und aufgeschlossen gegenüber Touristen sind. Die Insel Djerba in Tunesien bietet den perfekten Urlaubsort für Kitesurfer und Aktive an. Es gibt viele interessante Trips und Attraktionen, wenn man mal genug vom Wind hat, welcher allgegenwärtig ist.

Welche Kitesurfziele sind deiner Meinung nach für Anfänger die Kitesurfen lernen wollen am besten geeignet?

Für Anfänger im Kitesurfen eignet sich am besten flaches Wasser und eine große stehtiefe Lagune zum Kitesurfen lernen. Der Wind sollte konstant und eher zu stark, als zu schwach sein. Wichtig auch, dass der Kitelehrer VDWS lizensiert ist und bestenfalls deine Sprache spricht (oder dein englisch ist gut genug, um an einen Kitekurs auf englisch teilzunehmen). Für Anfänger eignet sich somit Djerba optimal, um die ersten Schritte im Kitesurfen zu machen. Auch Brasilien, Sansibar und Ägypten sind beliebte Kitesurfziele für Anfänger, da warmes Wasser und stetiger Wind an der Tagesordnung stehen.

 

Konntest du neben den VIP Coachings in Djerba, Sansibar und Brasilien genug für die kommenden Wettkämpfe trainieren? Und wie sieht dein normaler Tagesablauf als Profikiter so aus wenn du mit KiteWorldWide unterwegs bist?

Überall wo ich für KiteWorldWide unterwegs bin, versuche ich viel Zeit aufs Training im Kitesurfen zu legen. Da meine Aufgaben an den Stationen doch sehr umfangreich sind von VIP Coaching, über Videos erstellen, bis hin zu Handwerklich/Technischen Arbeiten und Gästebetreuung, beginne ich meinen Tag um 6 Uhr morgens. Als erstes steht ein tägliches Fitness Workout an, gefolgt von etwas Computer Arbeit. Anschließend geht’s zum umfangreichen Frühstück um 8:30 und eine Stunde später an den Spot, welcher etwa 10-15 Minuten entfernt ist. Dort müssen für die Gäste Vorbereitungen getroffen werden, welche kurze Zeit später um 10 Uhr mit dem ersten Shuttle ankommen.

Der Tag variiert je nach Windverhältnissen, doch meistens wird von 10-18 Uhr gekitet, geschult und gefilmt. Mittags gibt es ab 14 Uhr leckeres typisches tunesisches Essen und Abends geht es zurück ins KiteWorldWide Village, nachdem die Station sauber und ordentlich verlassen wurde. Im Hotel wird schnell geduscht und anschließend der Tag besprochen und der nächste Tag geplant, um möglichst viel Zeit mit den Gästen auf dem Wasser zu verbringen. Nach dem Abendessen, welches um 20:30 beginnt, heißt es Videos schneiden und E-Mails beantworten, sowie Social Media Arbeit am Laptop und Handy. Nach einem kurzen, aber erholsamen Schlaf im Hotel geht es am nächsten Morgen um 6 Uhr mit Training wieder los …

Je nach Destination variieren die Uhrzeiten und Abläufe sowie Aufgaben. Doch viel Zeit für Urlaub bleibt da kaum, auch wenn man sich das Leben als Kitesurfer immer so entspannt und cool vorstellt.

Dennoch möchte ich mit niemandem Tauschen, denn ich Liebe meinen Lebensinhalt; Kitesurfen

Wie kommt es das du jetzt neben der Freestyle Disziplin auch bei der Race und Slalom Disziplin antrittst?

Bei der Deutschen Meisterschaft findet an einem Wochenende bei den Tourstops Freestyle, Race und Slalom statt. Da ich ohnehin vor Ort bin, habe ich mir gedacht bei allen Disziplinen im Kitesurfen mitzufahren.

Freestyle ist die Königsdisziplin und die Körperlich anspruchsvollste, in welcher ich fünffacher Deutscher Meister bin. Beim Racing mit dem Hydrofoil geht es vor allem um Material und Taktik. Slalom ist eine Disziplin, in der im Prinzip jeder Kitesurfer teilnehmen kann. Vorausgesetzt man kann schnell viel Höhe verlieren mit normalen Material (Tube Kite und Twin-Tip) und um Bojen fahren.

Ich sehe die anderen Disziplinen als Spaß Contest und  Training an, um zwischen den Freestyle runden fit zu bleiben. Ein weiterer Grund ist, dass man für Freestyle starken Wind braucht was nicht immer der Fall ist. Mit allen drei Disziplinen im Kitesurfen kann ich somit mehr Zeit im Wasser verbringen, wo ich mich am wohlsten fühle.

Was macht für dich den Reiz aus verschiedene Kitesurfstyles / Disziplinen zu fahren?

Jede Disziplin hat ihre Eigenheiten und Unterschiede, weswegen man jedes mal etwas dazulernt. Ich freue mich über jede Wettkampf Runde, egal welche Disziplin, denn nur dann muss man seine Leistung auf den Punkt bringen und dabei lernt man wesentlich mehr als im freien Training. Es reizt mich besonders in Disziplinen, in denen ich nicht viel für trainieren muss um gute Ergebnisse zu erzielen. Um den anderen Teilnehmern zu zeigen, dass man sich nicht zu sehr einschränken sollte im Kitesurfen. Ein guter Freestyler kann Problemlos an jeder andere Disziplin teilnehmen, aber umgekehrt kann nicht jeder Racer Freestyle fahren.

 

Sind die Olympischen Spiele 2024 in Paris gerade ein wichtiges Thema für die Kitesurfwelt und speziell für dich?

Kiten wird olympisch, was eine riesige Chance für den Kitesport ist und ich möchte ebenfalls gerne dabei sein! 2024 ist es soweit in Paris bei den olympischen Spielen. Die Segel Events werden in Marseille statt finden und um dort teilzunehmen müssen die Länder sich qualifizieren. Aus jedem Land wird dann ein Partner Team gestellt. Von Olympia selbst und dem Format bin ich nicht 100% überzeugt, allerdings wird es dem Sport helfen und dem Kitesurfen mehr Bekanntheit einbringen. Da lediglich Foilen eine olympische Disziplin wird, bereite ich mich bei national und internationalen Events vor, um zu sehen wie ich stehe.