Taping und Massagen speziell für Kitesurfer – Interview mit der Physiotherapeutin Steffi Tschepe in Ägypten

Steffanie ist Physiotherapeutin mit über 10 Jahren Berufserfahrung und ist während ihrer Arbeit oft mit Menschen zusammen, die aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit gerade eine schwere Phase in ihrem Leben durchmachen. Jetzt hat sie ihre Leidenschaft und ihren Beruf kombiniert und arbeitet in Ägypten am Kiteclub Ibi & Firends in der Seahorse Bay als Kitecenter Assistentin und bietet dort Massagen und Taping für erschöpfte Kiter an.

Ihre Eckdaten:
Vor 7 Jahren ist Steffi von Deutschland in die Schweiz ausgewandert und seit 2011 ist sie dem Kitesurfen verfallen. Bei ihrem neuen Abenteuer in Ägypten freut sie sich am meisten über die neue Erfahrung, Menschen statt in schwierigen Phasen jetzt in einem Urlaubsfeeling zu behandeln.

1) Wie bist du auf Seahorse Bay gekommen und was genau gefällt dir so an diesem Ort?

Als alleinreisende Frau hatte ich eigentlich immer großen Respekt vor Ägypten und konnte mir nicht vorstellen meinen Urlaub dort zu verbringen.
Vor circa 3 Jahren war ich dann allerdings mit euch in Montenegro, wo die Station leider aufgrund des schlechten Wetters vorzeitig geschlossen werden musste. Als Entschädigung durften wir uns eine andere Destination aussuchen. Ägypten war eins der wenigen Länder, das zu dem Zeitpunkt noch Saison hatte und außerdem mit sommerlichen Temperaturen lockte. Deshalb fiel meine Wahl auf die Seahorse Bay. Ich bin trotz meiner Angst hingeflogen und war ab der ersten Minute komplett begeistert. Die Atmosphäre und das Team vor Ort sind einfach großartige und es herrschen die perfekten Kitebedingungen dort.  Als ich nach 5 Tagen nach Hause kam, habe ich gleich den nächsten Urlaub in die Seahorse Bay gebucht. Seitdem war ich vier Mal dort und wurde kein einziges Mal enttäuscht. Es ist zu einem meiner absoluten Lieblingsspot geworden. Ich freue mich schon riesig, jetzt mal für einen längeren Zeitraum zu bleiben.

2) Wie lange arbeitest du jetzt schon als Physiotherapeutin und wann bist du darauf gekommen deine Arbeit mit deiner Leidenschaft zum Kiten zu verknüpfen?

Ich arbeite jetzt seit 10 Jahren als Physiotherapeutin und habe schon unzählige unterschiedliche Menschen behandelt. Dabei ist zu meiner Berufskrankheit geworden, dass ich eigentlich immer eine Rolle Tape mit mir rumtrage. So natürlich auch, als ich 2011 mit dem Kiten angefangen habe. Von da an haben mich immer wieder Freunde gefragt, ob ich ihnen bei kleinen und großen Wehwehchen helfen kann. Meist konnte ich dann mit Taping und Massagen für Kitesurfer weiterhelfen.

3) Was genau ist Taping eigentlich bzw. was für einen Effekt erzielt man damit?

Jeder hat bestimmt schon mal diese bunten Klebestreifen gesehen, mit denen viele Sportler heutzutage rumlaufen. Die Farbe der Bänder hat dabei keine besondere Bedeutung. Viel wichtiger ist der Kleber, der auf der Rückseite der Bänder in einem wellenförmigen Muster aufgetragen ist. Das Tape wird mit Spannung auf die betroffene Körperstelle aufgeklebt und wirkt dann wie eine kleine Mikromassage. Durch diese Massage wird der Stoffwechselprozess angeregt und die Durchblutung, sowie die Heilung gefördert.

4) Welche Veränderungen/ Verbesserungen kann man genau feststellen?

Das Tape wirkt sehr schnell. Direkt nach dem Auftragen fühlt man sich schon besser und wird eine erste Veränderung spüren. Die Muskeln, die unter dem Tape entlanglaufen, werden entspannt und entlastet und regenerieren sich dadurch schneller. Das hilft vor allem bei Muskelkater, Zerrungen oder Krämpfen.

5) Wie kann es uns Kitern helfen?

Das Kinesio-Tape ist elastisch und wasserfest. Es schränkt uns also nicht in der Bewegung ein und man kann es auch problemlos während des Kitens auf der Körperstelle lassen. Normalerweise hält es dort zwischen acht bis 10 Tagen. Erst dann lässt die Spannung nach und man muss es erneuern lassen.

6) An welcher Stelle werden Kiter denn am Häufigsten getapet?

Das ist unterschiedlich. Besonders Anfänger werden oft im Nacken getapt, da man zu Beginn viel dazu neigt, nach oben zu seinem Kite zu gucken und auf Dauer dann einen steifen Nacken bekommt.
Bei den weiter fortgeschrittenen Kitern sind es dann eher die Schultern, die getapt werden, um sie bei den Sprüngen zu stabilisieren. Generell werden Kiter aber auch oft an den Knien getapt, da diese auf dem Board oft eine leicht verdrehte Haltung einnehmen und schnell verkrampfen.

7) Kann man auch sich selbst tapen, oder sollte man es lieber einem Profi überlassen?

Beim Tapen sollte man sich schon gut mit dem Muskelverlauf auskennen, deshalb würde ich empfehlen sich lieber von einem Profi tapen zu lassen.
Gerade auch stellen wie der Rücken, oder der Nacken sind schwierig selbst zu tapen.

Vielen Dank, liebe Steffi! Wer sich selbst von der Physiotherapeutin tapen oder massieren lassen möchte, kann das ab sofort in der Seahorse Bay machen.