#7 Kite Roadtrip: Die Anker Situation oder: Wie kann man den im Felsen festgehakten Anker eines Segelbootes bergen?!

Montag 02.04.2018:

14:00 Uhr: Nachdem der Kat in den Norden von Lanzarote gesegelt ist und sich alle beim Wakeboarden hinter dem Beiboot, Wellenreiten und SUPpen ausgetobt haben geht es wieder an Bord. Schnell alles verstauen und Anker lichten. Nur gibt es ein kleines Problem: Die Kette will nicht mehr hochkommen, der Motor keucht, der 30 kg Anker an 70 Meter Stahlkette hängt fest.

Naja, Tobi hat an alles gedacht und ein extra Seil mit einer Boje an dem Anker befestigt, damit unsere Abenteurer ihn von der anderen Seite ziehen können falls dieser Fall eintritt, dass der Anker an einem Felsen festhängt. Also geht das Beiboot wieder ins Wasser und die Crew zieht. Und zieht. Aber es ist nichts zu machen. Der Anker des Segelbootes hängt am Felsen fest.

Neuer Versuch: Sie drehen den Katamaran mit Hilfe der Maschinen rückwärts in den Wind und ziehen mit 160 PS volle Fahrt am Anker. Der Anker hängt im Felsen fest. Felsenfest sozusagen.

Das ist ja doof, denken sich alle. “Jetzt müssen wir wohl für immer hier bleiben. Oder den Anker abwerfen und weiter fahren.” Aber dann haben sie ja keinen Anker mehr und müssen die nächsten Tage in Häfen liegen. Das war nicht die Vorstellung vom Ankern in einsamen Buchten.

15:00 Uhr: Tobi hat eine neue Idee. Er kennt eine Tauchschule auf Lanzarote, die rufen sie an. Der Inhaber, Götz, spricht Deutsch. Es ist Ostern, also hat er viel zu tun, aber am Abend kann er mit einem weiteren Tauchlehrer kommen. Das ist Ehrensache für die Taucher von www.davioon.com . Es vergeht etwas Zeit, aber das Team macht sich keine Sorgen, der Anker hält ja diesmal besonders gut.. .

17:30 Uhr: Gegen halb Sechs ist es soweit. Tobi holt die beiden Taucher vom Hafen in Famara mit dem Beiboot ab. Ganz kurzfristig haben sich noch zwei der Gäste (die beide erfahrene Taucher sind) dazu entschlossen, die Aktion unter Wasser zu begleiten und sich den Kat von unten anzuschauen.

18:00 Uhr: Um sechs sind die Taucher am Boot, voll bepackt mit Tauch- und Bergungsequipment. Götz warnt: „Bleibt zusammen, ich muss mich mit meinem Partner um den Anker kümmern und kann euch nicht helfen. Da unten ist eine starke Strömung und das nächste Festland ist Afrika. Die Sicht da unten ist bescheiden”
Iris und Sebastian haben schon ihre Wetsuits an und die Taucher gehen auf Tauchstation.

19:00 Uhr: Jetzt heißt es Warten. Alle, die auf dem Segelboot zurückgeblieben sind, sind zum einen neidisch, dass sie nicht dabei sein können. Aber auch irgendwie froh, denn es ist inzwischen sieben und wird langsam dunkel. Zum Glück sehen sie noch die Luftblasen der Taucher aus der Tiefe zur Meeresoberfläche heraufsteigen. Sie wissen aber nicht, von wie vielen diese kommen..

19:15 Uhr: Es vergeht eine kleine Ewigkeit. Tobi ist immer noch im Beiboot und kreist um die Ankerboje herum. Dann endlich sieht das Team an Deck einen der Taucher aufsteigen. Daumen hoch. Das soll bedeuten, sie haben den Anker befreit. Aber eigentlich brauchen sie ja auch die Kette. Denn – was vielen nicht bewusst ist – die Ankerkette hält das Segelboot durch ihr Gewicht und weniger der Anker an sich.

Mit vereinten Kräften ziehen alle also an der Ankerkette. 20 Meter Stahl sind nicht zu Ziehen, nicht mal mit vier Leuten. Also legen sie diese um die Ankerwinch, welche sie mit dem Motor aufwickeln können.

19:45 Uhr: Nach einer weiteren halben Stunde ist die Kette geborgen. Was für ein Gefühl als der Anker mit hoch kommt. Götz ist happy, dass er der Crew helfen konnte, nochmal vielen Dank an ihn und seinen MIt-Taucher. Falls ihr mal einen Tauchkurs auf Lanzarote machen wollt, denkt an ihn und sein Team von www.daivoon.com . Unserem Team hat er sehr geholfen, sie hätten sonst den Anker abwerfen müssen. Auf dem Rückweg zum Hafen in Famara gibt es noch ein „Anker-Bergungs-Bier”. Danke Götz!

20:00 Uhr: Die Sonne geht unter und es geht zur aus der Vorwoche bekannten Ankerbucht vor La Graciosa. Im Dunkeln kommt der Kat an. Auf dem schaukeligen Weg haben sie schon gekocht, es gibt heute mal was einfacheres, Kichererbsen in Tomatensauce, Gemüse und Pasta. Ein paar Kohlenhydrate können nicht schaden nach diesem anstrengend aufregenden Tag.

Morgen geht’s wieder auf’s Wasser, es sind 16-20 Knoten vorhergesagt. Und die Crew kann in ihrer Lieblingsbucht ankern. Mit Anker und Kette. Yeah!

Und damit ihr euch das ganze Abenteuer noch besser vorstellen könnt:

Kitecruise Kanaren Herbst 2018            

12.10. – 19.10.2018
19.10. – 26.10.2018
02.11. – 09.11.2018
09.11. – 16.11.2018

Kitecruise Karibik Frühjahr 2019

06.01.2019 – 20.01.2019
20.01.2019 – 03.02.2019
24.01.2019 – 10.03.2019