Kiten und Segeln im Mittelmeer und Atlantik – Von Mallorca auf die Kanaren

Manchmal kommt es anders als man denkt. Eigentlich wollten wir (York und Jürgen, die beiden Gründer von KiteWorldWide und vier Freunde) mit dem KiteWorldWide Katamaran Tonia auf dem letzten Teil der Überfahrt von der Ostsee auf die Kanaren mit segeln. Und kiten. Dieser Abschnitt sollte in Tarifa beginnen. Wir wollten sozusagen mit Linus Erdmann (dem neuen KiteWorldWide Teamrider) und seiner Freundin Loni “abklatschen”, welche von Amsterdam zusammen mit Skipper Tobi und Kathi bis Tarifa die Crew auf dem Kat stellten.

Dann war da Hurricane “Ophelia”. Und die Tonia hing in Brest fest.

Die Flüge waren aber schon gebucht, es stand ein runder Geburtstag an und irgendwie wollten wir auf jeden Fall die Marokkanische Küste von der See aus unsicher machen. Also begann die Suche nach einem anderen Katamaran. Auch für die KiteWorldWide Segel & Kite Kanaren Tour, die am 4. November beginnen sollte. Sicher ist sicher..

Gesucht, gefunden. “Etwas” größer als die Tonia kam die Lagoon 500 mit knapp 16 m Länge und über 8 m Breite daher.

Los ging es wie gesagt auf Malle. Der Kat lag in der Marina von El Arenal mit dem berüchtigten Bellermann um die Ecke. Der gehört jetzt auch zur Kategorie “hat man mal gemacht”, aber irgendwie waren dann auch alle froh, als es am nächsten Tag losging. Erstes Ziel war Formentera, denn es war Wind angesagt. Anfangs mit Foil und 12er, doch dann legte es kräftig zu und wir packten die Waveboards und Twintips aus. Türkisblaues und klares Wasser ließen Vorfreude auf die Segel & Kite Karibiktour im Februar aufkommen.

Doch es lagen noch knapp 1.200 Seemeilen vor uns und zum Sonnenuntergang hieß es “Segel setzen” Richtung Tarifa.

Was nun folgte war der Inbegriff von “Sail, Kite, Surf, Eat, Sleep, Repeat”. Nun ja, mit nicht so superviel “Sleep”, denn der neue Kat lag zur Abholung auf Mallorca bereit und so mussten 400 zusätzliche Seemeilen in den 11 Tagen zurückgelegt werden. Das bedeutete Nachtsegeln und Nachtwachen. Für jeden von uns. Von 10 bis 2, von 2 bis 6 und 6 bis 10. Immer 2 Leute. 4 Stunden in die Dunkelheit starren. Jede Nacht. Am Horizont bewegen sich immer wieder helle Punkte in Zeitlupe an einem vorbei. Am Himmel sowieso. Sehen ja schon nett aus, die Sterne, aber wir waren dann doch froh, mit elektronischen Seekarten, AIS, GPS und sonst was ausgerüstet zu sein, so dass wir nicht nach diesen weißgelben Dingern am Himmel navigieren mussten.

Keine Sorge, die KiteWorldWide Segel und Kite Touren sind deutlich entspannter, aber es war auch schon ne coole Erfahrung, den Kat selber durch die Nacht zu segeln.



In den nächsten Teilen dieser Blogserie erzählen wir euch vom Kiten und Wakeboarden auf hoher See, wie wir eine coole Kitesession in Tarifa mitgenommen haben, in Essaouira surfen und kiten waren und schließlich über den Atlantik nach Lanzarote – von Delphinen begleitet – segeln.