#3 Kitesurfen lernen: Ele auf den Kapverdischen Inseln

Ich habe immer gehört, die Kap Verden seien nicht die perfekte Destination, um Kitesurfen zu erlernen. Hauptgrund dafür sind die Wellen und das tiefe Wasser. Deshalb habe ich mir eigentlich gedacht mein Team macht Witze, mich – das kleine Mädchen, dass sogar Hilfe benötigt ihre Koffer zu tragen – nach Sal zu schicken um dort Kitesurfen zu lernen. Ehrlich gesagt habe ich mir ein wenig Sorgen gemacht…

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Eigentlich versuche ich schon seit ca. einem Jahr Kitesurfen zu lernen. Aber immer wenn ich wegfahren möchte, verschwindet der Wind. In Montenegro habe ich es einmal bis zum Wasserstart geschafft, aber das hat nicht so wirklich funktioniert. Ich war mir schon ziemlich sicher, dass es auf den Kap Verden also nicht viel besser werden würde. Aber wie könnte man “Nein” zu einer Reise auf die Kapverdischen Inseln sagen?

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Als wir am ersten Tag am Kite-Center ankamen, waren leider schon alle Lehrer mit Unterricht beschäftigt. Da ich schon ungefähr wusste, wie so ein Wasserstart funktioniert, haben Anne und ich uns entschlossen einfach das Material zu leihen und das Ganze selbstständig zu probieren. Viel Zeit hat es nicht gebraucht, um einzusehen, dass dies keine gute Idee ist. Es war schon sehr schwierig, den Kite mit einer Hand zu kontrollieren, dabei das Board in der anderen zu halten und dann noch gegen die Wellen zu kämpfen. Ich habe es nicht einmal geschafft in die Schlaufen des Boards zu schlüpfen… mir blieb also nicht viel übrig, als für diesen Tag aufzugeben und mir für den nächsten Tag eine Unterrichtsstunde zu buchen.

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Begleitet von einem kompetenten und freundlichen Lehrer, der mir viele Tipps und Selbstvertrauen gab, ging es dann auch endlich zum Wasserstart.

Am Anfang tat ich mich noch recht schwer. Der Wind blies auflandig und so war es für ungeübte Kiter schwer den Wasserstart zu wagen, ohne direkt wieder auf den Strand gespült zu werden. Also musste ich gegen den Wind und die Wellen so weit ins Wasser laufen – und meine Körpergröße war da keine Hilfe – bis ich an einem Punkt war, der zum Strand eine gewisse Entfernung hatte. Die meiste Zeit konnte ich den Boden nicht Mal mit meinen Zehen berühren. Ich musste also immer auf einen richtigen Moment zwischen zwei Wellen warten um auf mein Board zu kommen.

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Das ganze war sehr anstrengend und ehrlich gesagt auch etwas frustrierend. Am Anfang fiel ich immer wieder ins Wasser, sodass meine Reisebegleiter bestimmt viel Spaß dabei hatten mir zuzuschauen! Nach drei langen Stunden des Probierens und Probierens, mit einem Lehrer an meiner Seite, der mich immer wieder auf meine Fehler hinwies und mir sehr hilfreiche Tipps gab, habe ich es dann am Ende auch endlich aufs Board geschafft und bin Downwind davon gefahren.

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Es war bestimmt nicht einfach, aber mit etwas Geduld und guter Unterstützung definitiv nicht unmöglich. Wenn ich es hier lernen konnte, kann ich garantieren dass es jeder kann. Natürlich nur jeder, der es wirklich will! :)

Einfachere Bedingungen bieten mit Sicherheit Lagunen mit flachem Wasser, aber dann hat man halt keinen Schimmer, was man machen soll, wenn man Mal keinen Boden unter den Füßen spürt. In Schwierigen Bedingungen dagegen zu lernen, gibt dir die Möglichkeit, danach überall kiten zu können.

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Normalerweise wird mir recht schnell kalt, deshalb war ich umso erstaunter, dass mir mein langer Neoprenanzug sogar irgendwann zu warm wurde! Ich habe diesen Flecken Erde hier wirklich in mein Herz geschlossen. Nicht nur weil ich hier gelernt habe zu kiten, sondern auch wegen der sehr relaxten Atmosphäre hier, den netten und sehr freundlichen einheimischen, den schönen Sonnenuntergängen, sehr gutem Fisch und einem einzigartigen und unglaublichen Kite Haus, nur für KiteWorldWide Gäste!

Wenn du meinen Lernprozess verfolgen willst, schau mal im Vlog vorbei!