Der Kite World Cup: kurz erklärt

Die PKRA Worldcup Tour

Der Kite World Cup besteht aus 10 Stops, einer davon ist St. Peter Ording (auch als SPO abgekürzt). Der Endgültige Champion geht erst aus den Ergebnissen aller zehn World Tour Stops hervor (Zehn Stops für Freestyle, 4 Stops für Slalom). Derzeitiger Favorit für einen World Tour Sieg im Freestyle ist bei den Herren Christoph Tack und bei den Frauen Karolina Winkowska. Diese führt zwar gerade die Weltrangliste an, hat aber mit Gisela Pulido (der 9 Fachen, 20 jährigen) Weltmeisterin aus Tarifa eine mehr als ernst zu nehmende Gegnerin. Zumal Gislea den letzten Worldcup auf Fuerteventura für sich entscheiden konnte.

Karolina Winkowska, Foto: Juergen Trap

Karolina Winkowska, Foto: Juergen Trap

Wir sind besonders gespannt auf die Performance von Christophe Tack, der im letzten Jahr in St. Peter Ording eine unglaubliche Leistung ablegte: Nachdem er in der Single Elimination sehr früh ausgeschieden war, konnte er in der Double Elimination sieben Heats (!) in Folge gewinnen. Alle fanden an einem Tag statt, so dass er unglaubliche 49 Wettkampf-Minuten hinter sich gelegt hat. Der in seinem letzten Heat von Krämpfen geplagte Christophe konnte nur durch den amtierende Weltmeister Alex Pastor gestoppt werden (welcher dieses Jahr verletzungsbedingt leider nicht am Start ist). Im Slalom sind die Favouriten Julien Kerneuer (siehe unten) und Bibiana Magaji.

Sport / Wassersport / Kitesurfen: Beetle Kite World Cup 2013 St. Peter Ording, Copyright: Sebastian Schöffel / HOCH ZWEI

Julien Kerneuer, Foto: Sebastian Schöffel

Disziplinen: Freestyle und Slalom

Ein World Cup verläuft immer nach einem ähnlichen Muster: Man unterscheidet zwischen Freestyle und Slalom (es gibt aber auch noch andere Kategorien wie z.B.: „Wave“, die in St. Peter nicht gefahren werden).

Freestyle:

  1. Die Qualifikations Runde „Qualifikation“ auch „Vorrunde“ oder „Trials“ genannt. Die Fahrer müssen sich in den ersten Tagen für das Main Event qualifizieren.  Nur die 12 besten Frauen und 24 besten Männer kommen weiter!! Es gibt einige wenige Fahrer, die bereits im Vorhinein aufgrund hervorragender Leistungen „geseedet“ wurden und im Main Event platziert sind, alle Anderen müssen sich hier beweisen.
  2. Die Main Runde auch „Single Elimination“ genannt. Zuerst werden die „Singles“ gefahren und bei gutem Wind finden die „Doubles“ statt. Dass heißt, die Doubles hängen vom Wind ab. Wenn diese stattfinden, kann sich jeder aus den Mains wieder nach oben kämpfen. Sehr, sehr spannend! Diejenigen, die bereits in der Single Elimination in top Rängen platziert wurden, warten dabei auf den oberen Rängen auf die, die nach kommen.

Freestyle Wettkämpfe finden grundsätzlich erst ab 14-15 Knoten Windstärke statt. Wenn der Wind darunter liegt, geht es zum Slalom.

Slalom: Alle Teilnehmer, die sich auf Slalom spezialisiert haben, fahren hierbei gegeneinander. Diese Strecke variiert von Tag zu Tag.  Der Gewinner ist derjenige, welcher in dieser Kategorie am häufigsten gewonnen hat. Logisch.

Wissenswertes:

  • „Heat“ ist nichts anderes als ein Ausscheidungskampf. Jeder Wettkampf setzt sich aus mehreren Heats zusammen. Beim Freestyle treten immer zwei Kitesurfer im K.O.-System gegeneinander an, bis zu vier Fahrer pro Heat (5-10 Minuten Länge). Die Punktrichter benoten die Performance, die Punktbesten kommen eine Runde weiter. Jeder Fahrer kann sich direkt nach dem Heat seine Bewertung anschauen.
  • „seeding“ nennt man den Platzierungsprozess

Auch die Profikiter dieser Welt müssen sich an gewisse Regeln halten, wenn sie auf dem Wasser unterwegs sind.

  • Wer ohne das Safety-System in den Wettkampf geht, wird automatisch ausgeschlossen.
  • Die Vorfahrt ist auch auf dem Wasser klar geregelt: Wer sich auf der Leeseite (windabgewandt) befindet, hat den Vortritt. Grundsätzlich verboten ist es, den Kurs eines anderen zu kreuzen oder zu blockieren. Je nach Schwere des Vergehens droht eine Verwarnung oder sogar die Disqualifikation.
  • Stürzt ein Fahrer im Wasser muss er aus eigener Kraft wieder in den Wettkampf zurückfinden. Hilft ihm ein Boot oder ein Jet-Ski, folgt der Ausschluss. Ausnahmen: Landet ein Kite außerhalb der Contest Area im Wasser oder am Strand, darf er von einem Helfer oder einem anderen Fahrer wieder gestartet werden.
  • Bei Materialschaden kann der Kiter sein Equipment außerhalb der Wettkampfzone ersetzen.
  • Wird ein Freestyler vom Wind aus der Contest Area herausgetrieben kann er mit Kite und Board am Strand zurücklaufen und danach seine Performance im Wasser fortsetzen.
  • Dem Aktiven darf während des Wettkampfes von außen nicht geholfen werden, weder durch Funk noch durch Handzeichen.

Wie ihr sicher schon längst wisst, sind wir auch dieses Jahr wieder mitten drin in St. Peter Ording, mit Sitzecke und tollem Stand gemeinsam mit BEST. Kommt vorbei, hier werden euch sicher viele Fragen beantwortet!

Foto credits: Von links nach rechts: 1. Slalom in St. Peter Ording 2013 und 2. Julien Kerneuer by Sebastian Schöffel 3. Karolina Winkowska by Juergen Tap 4. Christophe Tack by Toby Bromwich