Reisebericht Seahorse Bay 12.03.2012 – 19.03.2012

Mitten in der Nacht haben wir uns auf den Weg zum Flughafen Berlin-Schönefeld gemacht. Mit dem schweren Kitegepäck durch halb Berlin ist durchaus eine Herausforderung gewesen. Als wir dann aber um 6:55 Uhr Ortszeit mit dem Flieger durchstarteten, waren auch die Strapazen der ersten Stunden an diesem Tag vergessen. Die knapp fünf Stunden im Flieger vergingen aufgrund der Vorfreude ziemlich schnell . Was uns wohl in Hurghada erwarten wird? Wie werden die Leute sein? Wie sehen die Zimmer aus? Was gibt es in einem arabischen Land so zu Essen? Und die wohl wichtigste Frage von allen – Haben wir verdammt nochmal genügend Wind?

Gerade gelandet machten wir auch schon Bekanntschaft mit den Menschen, die nur unser Geld wollten. Die Toilettenfrau mit ihren unfassbaren Forderungen für einen kurzen Besuch auf dem stillen Örtchen ließ meine Vorfreude für einen kurzen Moment schwinden. Freundlich empfangen und die ersten Informationen über unser Reiseland erhielten wir aber dann von dem sehr herzlichen und aufgeschlossenen Nazeeh, dem Mitbesitzer der KiteWorldWide Pension.

Die Seahorse Bay Pension war unsere Unterkunft für die ersten drei Nächte. Es ist eine gemütliche Pension in Mitten der riesigen Hotelanlagen und versprüht seinen eigenen Charme. Erika und Nazeeh, ein deutsch-ägyptisches Ehepaar, sowie alle Angestellten umsorgen alle Gäste mit Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und einem tollen Ambiente. Die Zimmer sind liebevoll und großzügig eingerichtet und werden täglich gesäubert. Jedes Zimmer verfügt über eine Sonnenterrasse, die auch wir gerne genutzt haben. Das Essen war eine hervorragende Mischung aus deutscher, ägyptischer und internationaler Küche, so dass für jeden Geschmack etwas dabei war. Nach einem langen Tag auf dem Wasser haben wir uns immer riesig auf das Abendessen gefreut, bei dem Erika und ihr Team täglich mit einem echt tollen Menu glänzten.

Von der Pension waren es nur wenige Meter bis zum Kiteclub. Bianca und Ibi haben uns mit dem Kiteclub vertraut gemacht und man hat sich ziemlich schnell sehr wohl gefühlt. Im Kiteclub herrscht eine freundliche und familiäre Atmosphäre, die uns von vornherein sehr gefallen hat.

Nach dem ersten Rundgang wurde uns Tino, unser Lehrer für das Kite Learn Event der kommenden Tage, vorgestellt. Tino hat immer einen lockeren Spruch oder einen kleinen Witz auf Lager und ständig ein Lächeln auf den Lippen. Aber das wohl Wichtigste – er ist ein toller Kitelehrer und an Fachkompetenz kaum zu übertreffen. Er hat eine tolle Art zu unterrichten und wusste immer, wie er mit jedem Einzelnen von uns umgehen muss, vor allem auf dem Wasser.

Am ersten Morgen gingen wir direkt nach dem Frühstück los zur ersten Theorieeinheit in den Kiteclub. Dort haben wir zunächst alle anderen Teilnehmer des Events kennengelernt. Wir waren eine bunt gemischte Truppe. Zwischen 27 und 50 Jahren sowie von Anfängern bis Fortgeschrittenen war alles vertreten. Nach den ersten Einweisungen bezüglich Aufbau des Kites und Sicherheit sind wir in unsere Neoprenanzüge geschlüpft, haben die Prallschutzwesten und Trapeze angelegt, die Helme und Sonnenbrillen aufgesetzt und dann ging es mit dem Kite ab aufs Wasser.

Die einen schon mit dem Board unter dem Arm, die anderen waren froh erst einmal den Schirm am Himmel zu halten. Tino war gerade während der ersten Stunden immer zur Seite und hat ausreichend Hilfestellungen gegeben.

Die kommenden Tage verliefen nach dem gleichen Schema. Nach einer kurzen Einweisung haben wir unsere Kites bereits aufgebaut und angeleint am Strand vorgefunden. Ibi´s Team hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Die Jungs aus seinem Team arbeiten hervorragend und waren immer zur Stelle, ob beim Landen oder Starten des Kites oder beim Entwirren der Leinen, eben immer dann, wenn ihre Hilfe benötigt wurde. Ein riesen Lob an dieser Stelle für das gesamte Ibi&Friends Team. Die Organisation war zu jeder Zeit perfekt.

Nach einigen Stunden im Wasser oder für manche auch schon auf dem Board wurde eine Mittagspause eingelegt. Je nach Windverhältnissen konnten wir am Nachmittag wieder durchstarten. Der Ein oder Andere hat natürlich nie genug bekommen und hat die Pausen einfach wegfallen lassen, was natürlich dann beim Abendprogramm für viel Gähnen sorgte.

Das hätte ich fast vergessen. Täglich bietet das Ibi&Friends Team ein Abendprogramm an, wie z.B. ein Lagerfeuer, ein Ausflug nach El Gouna, ein Ausflug nach Hurghada oder auch auf Wunsch der Gäste ein typisch ägyptisches Abendessen in einem netten Restaurant in Hurghada, wo man hautnah erleben kann/darf/muss wie ein Schaf geschlachtet und auseinandergenommen wird.

Nach drei Nächten in der Seahorse Bay Pension haben wir dann die Unterkunft gewechselt und im Calimera eingecheckt. Eine große Bettenburg mit einem schön angelegten Poolbereich und einem vielfältigen Animationsprogramm und auch die Zimmer waren sehr geräumig und sauber. Besonders für Kiter mit Familien ist diese Unterkunft von Vorteil, da die „nicht-kitenden“ Familienmitglieder den ganzen Tag beschäftigt werden und dort eine tolle Zeit verbringen können. Da wir nur zu den Mahlzeiten im Hotel waren, haben wir ansonsten nicht viel von dem Animationsprogramm mitbekommen. Das Essen jedoch war täglich ein ausreichendes und wunderschön dekoriertes Buffet. Der ganzen Truppe hat es immer geschmeckt, auch wenn einige unter uns nichts anderes als Spaghetti Bolognese probiert haben.

Unsere Kitegang war echt ein lustiger Haufen, wir hatten viel Freude und haben reichlich gelacht. Egal ob beim gemeinsamen Essen, im Wasser, im Kiteclub oder auf den Ausflügen am Abend, wir haben uns eine schöne Zeit gemacht und immer eine Menge Spass gehabt.

Umso schwerer fiel es uns am Ende der KiteEvent Woche Goodbye zu sagen. Dank einem tollen Team im Ibi&Friends Kiteclub, dank toller Leute die wir dort kennengelernt haben und dank des Windes hatten wir eine erlebnisreiche Woche. Die Anfänger haben es bis aufs Board geschafft und auch der ein oder andere Wasserstart ist geglückt. Die Fortgeschrittenen unter uns sind am Ende der Woche schon locker die 200m gefahren und auch die eine oder andere Wende konnte sich sehen lassen. Nach einer herzlichen Verabschiedung und ein wenig Wehmut sind wir dann am 19.März 2012 wieder Richtung Airport gefahren.

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