Kristin Boese beim Beetle Kitesurf World Cup in St.Peter Ording

[singlepic id=849w=300 h=200  float=left]Kristin Boese ist mit neun WM-Titeln die erfolgreichste Kitesurferin der Welt. Die Potsdamerin hat sportlich schon  fast alles gewonnen. Über ihre Ziele, ihre Motivation und ihren Sport spricht sie in einem Interview.

 

Du hast Dir im April erneut den Knöchel gebrochen, zum dritten Mal in Deiner Karriere. Was machst Du, wenn Du nicht trainieren kannst?

Eigentlich war das gar nicht so schlecht. Ich bin Mitorganisator der neuen Kitesurf Pro Tour, die im Herbst startet. Außerdem musste ich meine KB4girls Tour vorbereiten, die an zehn Orten auf der ganzen Welt stattfindet. Dazu hatte ich wegen der Verletzung mal richtig Zeit.

 

Du willst vor allem junge Mädchen in Deinen Camps für Das Kitesurfen begeistern. Was rätst Du ihnen?

Kitesurfen ist ein toller Sport, aber man muss viel trainieren und auf eine Menge Spaß verzichten, den man sonst hat. Außerdem gibt es am Anfang kaum Sponsoren und man muss sich so mit Nebenjobs selber finanzieren. Ich habe als Kitesurf-Lehrerin gearbeitet.

 

Wie hat sich Dein Sport in den letzten Jahren verändert?

Man hat heute eigentlich nur noch eine Chance, wenn man sich spezialisiert. Racing ist eine Wissenschaft für sich, da spielt das Material eine große Rolle. Freestyle wird immer komplizierter, das machen in erster Linie junge Athleten. Und dann gibt es Wave oder Boardercross, da kommt es auf den Mix aus fahrerischem Können, Ausdauer und Erfahrung an.

 

Das wäre dann Dein Metier…

… genau, diese Disziplinen liegen mir, für Freestyle werde ich langsam zu alt. Obwohl ich in dieser Disziplin in St. Peter-Ording immer Top-Platzierungen hatte.

 

Du bist an allen Stränden der Welt gekitet. Wie ist es, zum Beetle Kitesurf World Cup nach Hause zu kommen?

Ich war von Anfang an mit dabei und habe am Ordinger Strand 2007 die Weltmeisterschaft im Boardercross gewonnen. Es ist der größte Event der Welt und wenn einen hier Tausende von Fans anfeuern, weiß man, wofür man die vielen Entbehrungen auf sich genommen hat. Das geht nicht nur mir, sondern auch allen anderen Kitesurfen so.

 

Wen siehst Du bei den Freestylerinnen in St. Peter-Ording vorn?

Gisela Pulido hat das schwierigste Repertoire und wird von ihrem Vater perfekt gecoacht. Dahinter sehe ich Karolina Winkowska, die große Fortschritte gemacht hat und Bruna Kajiya den zweiten Platz streitig machen kann.

Du bist 34 Jahre alt. Wie lange sehen wir Dich noch als aktive Sportlerin?

Organisieren und veranstalten ist heute schon ein großer Teil meiner Arbeit. Aber ich bin immer noch unheimlich gern auf dem Wasser und bestreite Wettkämpfe. Ich sehe das heute allerdings lockerer und muss nichts mehr beweisen.

 

Du hast sportlich alles erreicht. Gibt es noch ein großes Ziel?

Im November 2012 entscheidet sich, ob Kitesurfen 2016 bei den Olympischen Spielen in Brasilien in das Programm aufgenommen wird. Da wäre ich zum Abschluss meiner Karriere gerne mit dabei. Allerdings ist es wichtig, was für eine Disziplin gefahren wird. Es darf nicht so sein wie beim Windsurfen, wo eine Disziplin erfunden wurde, die eigentlich keiner sonst betreibt. Das schadet dem Sport nur.[singlepic id=850w=300 h=200  float=left]

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