Die Kaptour

Kein Wind in Kapstadt?! Kein Problem für uns.

Neben Weingütern, Mountainbiketouren, Paragliding und Bergbesteigungen gibt es nämlich noch die äußerst schöne und tagesfüllende Kaptour. Mit Pinguinen am Boulders Beach, leckerem Fisch direkt am Meer und dem malerischen Rückweg über den Chapmans Peak, geht’s abschließend zum Dinner in einen von Kapstadts Gourmettempeln.

Doch immer der Reihe nach. Für den unwahrscheinlichen Fall das wir hier doch mal in einem Windloch hängen, wird morgens nach dem Frühstück eine Fragerunde gestartet. Diese endet dann oft damit, dass wir nach Proviantaufnahme in Richtung Muizenberg aufbrechen. Dort ist nämlich unser erster Halt auf dem nicht kurzen Weg runter zu Afrikas südwestlichster Spitze, dem Kap der guten Hoffnung.

Vorbei am Fuße, des stoisch der Witterung trotzendem Tafelbergs, geht es durch schöne grüne Vororte in das nicht mehr ganz so verschlafenen Surferörtchen Muizenberg. Hier erwarten euch schon die Weltberühmten bunten Häuschen am Strand und die Shark Spotter, die beim Surfen über euch wachen. Zur Aufgabe der Shark Spotter kommen wir noch etwas genauer.

Nach einem Espresso oder einer kleinen Shopping Tour in den zahlreichen Surfshops, tuckern wir dann den Boyes Drive rauf und halten am Aussichtspunkt des Shark Spotters. Mit Adleraugen halten wir mit ihm nach Haien in der False Bay Ausschau. Zum Glück findet man meistens keine, obwohl von diesem sicheren Aussichtspunkt der Nervenkitzel die Angst überwiegt und man doch gerne einen live sehen würde.

Weil wir dem Spotter ja nicht all zu sehr auf die Nerven gehen wollen geht es fix weiter und nach einem letzten Blick über die Bucht fahren wir in Simon´s Town ein. Hier leben Frackträger am Strand. Klingt komisch, ist aber so. Am Boulders Beach tummeln sich die Afrikanischen Pinguine im Wasser und auf den namensgebenden Felsformationen. Die kleinen Kerlchen sind einfach zu putzig. Jedoch ist ihr Duft recht streng und so wir verziehen uns, denn so langsam fängt der Magen an zu knurren.

Dem Küstenverlauf folgend, fahren wir weiter. Rechts von uns die steilen Hänge des Table Mountain National Park und links die schier endlose False Bay. Nach einer letzten Steigung kommen wir an ein Tor, hinter dem uns der Cape Point National Park erwartet. Ab jetzt heißt es: Augen offen halten! Neben der atemberaubenden Pflanzenvielfalt in den weiten Ebenen und Hängen des Parks tummeln sich auch noch etliche Tiere. Am häufigsten begegnen einem die gewitzten Paviane, mit ihren ausladenden, aber zur Erkennung untereinander ungemein wichtigen roten Hintern. Neben den erhabenen Straußenvögeln, trifft man auch den unglaublicher Weise nächsten Verwandten des Elefanten, ein kleines Murmeltierartiges Wesen namens Klippschliefer. Seltener bekommt man grasende Zebras oder Kudus zu Gesicht. Für den genauen Beobachter mit scharfem Auge, gibt es noch viele kleine Eidechsen und Vogelarten zu entdecken. In diesem schon für sich tollen Rahmenprogramm findet man dann den imposant aufragenden Leuchtturm, der den Cape Point markiert. Jene Spitze, welche die Schiffe auf ihren Reisen umfahren mussten und an dem schon so viele zerschellten.

Gelegen auf steilen Klippen, führt ein Weg bis ganz nach vorne und man fühlt sich wie am Ende der Welt.

Das geographische Highlight ist jedoch das Kap der guten Hoffnung. Dies ist der südwestlichste Punkt Afrikas und für die Seefahrer das Zeichen der Hoffnung, dass das südliche Ende des Kontinents nun nicht mehr weit weg sein kann.

Im Nationalpark kann man gefühlt Tage verbringen ohne alles entdeckt zu haben. Jedoch ist irgendwann die Aufmerksamkeit einfach am Ende und so machen wir uns auf den Heimweg. Ab jetzt können wir uns ganz entspannt von den Eindrücken berieseln lassen, denn jeder Weg, wohin auch immer, ist schon ein Erlebnis für sich hier in der Mother City. Besondere Beachtung gilt bei diesen Fahrten allerdings der wohl am häufigsten für Autowerbungen gefilmten Straße, dem Chapmans Peak. Links von uns versinkt die Sonne im Meer und wirft spektakuläres rot-leuchtendes Licht auf die durch Steinnetze gesicherten Steilhänge rechts von uns. Unter der Straße krachen die Wellen in die Klippen und die Szenerie erinnert eher an das Ende eines Abenteuers als an das eines ganz normalen Tages in Kapstadt.

Auf dem Aussichtspunkt hat man nochmal einen tollen Blick über Hout Bay, mit dem durch die Berge geschützten ersten natürlichen Hafens der Kapregion. In dem ruhigen Fischereistädtchen lassen wir den Tag dann bei einem kühlem Savanna und leckerem Essen Revue passieren.

Auf das morgen wieder Wind und Wellen herrschen… oder lieber doch noch so ein verzaubernder Tag in der Natur Kapstadts?