Logbuch Eintrag #2 | Ein turbulenter Anfang mit Happy End

Das frühe Ablegen in Portsmouth hatte sich gelohnt. Während wir den Hafen verließen ging die Sonne auf und mit der Morgensonne machten wir uns auf den Weg durch den Solent. Durch die noch tiefstehende Sonne waren die Farben der Landschaft besonders schön und gegen 10 erreichten wir die Needles, welche die Westspitze der Isle of Wight darstellen und uns wieder auf den Ärmelkanal brachten. Der Wind frischte nun endlich auf und wir konnten die Segel setzten. Bei bestem Segelwetter liefen wir auf Amwindkurs unter Code Zero (ein extra großes Vorsegel für leichte Winde) Frankreich entgegen. Für fast alle unsere Gäste stand die erste Nacht auf See an.

Die Nacht war hell und wir hatten gute Sicht mit viel Mondlicht. Am nächsten Morgen drehte der Wind leider, sodass wir uns dazu entschieden, bis nach Brest in den Hafen zu fahren. Dabei ging es zwischen Oussant und dem Festland entlang – einer Stelle mit sehr starken Strömungen. Diese bekamen wir auch zu spüren. Damit noch nicht genug, verschlechterte sich auch noch die Sicht massiv und es wurde langsam dunkel. Es ging somit unter reiner Radarfahrt weiter Richtung Brest. Die Sichtweite lag teilweise unter 0,1 Seemeilen (ca. 200 Meter) und kurz vor der Hafeneinfahrt überholte uns dann auch noch ein 250 Meter Frachter. Zwar konnten wir ihn frühzeitig auf dem AIS-System und Radar ausmachen, jedoch war er selbst bei einer Entfernung von 0,2 Seemeilen optisch nicht auszumachen. Schließlich erreichten wir um 2 Uhr morgens den Hafen von Brest.


Am nächsten Morgen gab es nach der über 40 Stunden langen Überfahrt erstmal ein ausgiebiges Frühstück mit allen zusammen. Anschließend konnten unsere Gäste Brest erkunden. Da für den Abend Wind vorhergesagt war, beschlossen wir, unseren Katamaran nach Camaret-sur-Mer zu verlegen. Leider blieb der Wind am Abend aus. Dafür nutzten wir den Tag für eine Besichtigung des super schönen Ortes und ließen den Tag dann abschließend mit einem super Essen in einem französischen Restaurant ausklingen.
Mittwoch war es dann endlich soweit: Der Wind passte und so konnten wir unsere erste Kitesession starten.

Wir fuhren mit der Tonia in eine passende Bucht und gingen vor Anker. Bei gutem Wind und relativ viel Welle konnten sich nun alle auf dem Wasser austoben. Die riesige Bucht hatten wir für den kompletten Tag für uns allein und der Wind frischte im Laufe des Tages immer weiter auf. Durch die hohen Wellen war der Transfer zwischen dem Strand und dem Katamaran ein super Abschlusserlebnis.

Am Abend ging es dann zurück nach Camaret-sur-Mer, wo erstmal alle Kites von dem Salzwasser und dem Sand gereinigt werden konnten. Anschließend wurde noch versucht, eine zweite Session zu starten, jedoch ließ der Wind leider immer weiter nach.
Heute wagen wir nun den Sprung über die Biskaya. Wir gehen von ca. 60 Stunden Fahrtzeit aus, ohne Mobilfunknetz. Abschalten in einer Welt, in der wir immer erreichbar sind. Der Wind sollte nach verschieden Wettermodellen passen und wir werden versuchen, direkt Vigo in Nordspanien anzulaufen, wo wir voraussichtlich Samstag oder Sonntag eintreffen werden.

Auf unserer Karte könnt ihr immer sehen, wo sich die Tonia gerade befindet: