Lenni in Sri Lanka-Kitesurfen abseits des Mainstreams

Da die Windausbeute an der Ost- und Nordsee dieses Jahr eher mau war stellte sich die Frage nach einem windsicheren Ziel für den Spätsommer. Es sollte etwas exotisches sein. Nicht die Klassiker, Ägypten, Tarifa, Griechenland oder Marokko. Daher ging es für mich nach Sri Lanka. Ein Juwel im indischen Ozean mit höchster Windsicherheit und perfekten Flachwasserbedingungen. Die überschaubare Flugzeit und kurze Zeitverschiebung lassen so auch kürzere Trips zu.

Also fix Koffer und Boardbags packen und mit dem gewohnten Emirates Komfort ab in die Sonne. Voller Vorfreude auf eine bombastische Windvorhersage gab es am Flughafen noch ein kostenloses Upgrade in Business Class. So kann der Urlaub beginnen! Angekommen in Colombo erwartete uns bereits ein Fahrer, der uns auf direktem Weg zur Lodge brachte, wo frischer Melonensaft auf uns wartete.

Die Lodge an sich bietet allerhand Luxus: Ein umfangreicher Swimming Pool für die Abkühlung nach der Session, etliche Schattenplätze um mal ein Buch zu lesen, eine große Bar- und Restaurantarea und natürlich die Zimmer selber mit Kühlschrank, Safe, Klimaanlage, Moskitonetzen und ausreichend Platz.

Das schönste ist aber wohl der Blick über die Lagune und das dahinterliegende Meer. So waren alle Strapazen des Fluges nach einem Cuba Libre auf der Terrasse vergessen.

Auch in Sri Lanka findet man die einmalige Kite Worldwide Community. Das bedeutet: Eine große Tafel, an der gegessen wird und eine enge Gemeinschaft. So hat man selbst als Alleinreisender bereits nach wenigen Tagen das Gefühl mit guten, alten Freunden im Urlaub zu sein.

Nun aber endlich zum Kitesurfen: Es gibt drei Hauptspots, die von der Lodge aus angefahren werden. Die Beachhütte an Hauptlagune direkt vor der Haustür ist in10 Minuten per Truck oder Boot erreichbar. Es fahren den ganzen Tag über Shuttles und für Schatten, Getränke und Essen am Strand ist gesorgt. Kiteschüler werden hier von erfahrenen, deutschsprachigen VDWS Kitelehrern auf neustem Core Material unterrichtet. Fortgeschrittene können sich in der gigantischen Lagune austoben. Durch die schiere Größe findet hier jeder sein eigenes Flachwasserplätzchen.

Alternativ werden mehrmals die Woche der Dreamspot oder Vela Island alias Magic Spot mit dem Boot angefahren. Der Dreamspot ist eine Sandbank mitten im Jungel. Hier ist man meist völlig alleine und kann das Kilometerlange Flachwasser und den konstanten Wind genießen. Ein absoluter Traum auch für die Kiteschüler! Vela Island hingegen ist eine Insel im Meer und nur für Fortgeschrittene geeignet, da der Wind genau ablandig kommt. Dafür wird man mit brasilianischen Bedingungen verwöhnt. Absolut konstanter Wind und Butter-flaches Wasser schaffen perfekte Freestyle bedingungen. Hier gelingen die Tricks wie von alleine. Für mich war Vela definitiv einer der besten Plätze, die ich je kiten durfte.

 

Für die seltenen No-Wind Tage oder eher für die dringend benötigten Rasttage bietet Sri Lanka ein umfangreiches kulturelles Programm. Besuche in den Teeplantagen, in der lokalen Stadt, auf dem heiligen Berg oder in diversen Tempelanlagen sind absolut empfehlenswert. Regelmäßig finden in anderen Lodges abends Partys statt, bei denen alle Kitersurfer der Lagune zusammenkommen.

Mein Fazit zu Sri Lanka ist eine klare Empfehlung! Hohe Windsicherheit, hervorragende Flachwasserbedingungen, leckeres Essen und eine luxuriöse Lodge bieten alles was man braucht um für kurze oder längere Zeit dem Alltag zu entfliehen. Dazu kommen die übersaus netten und hilfsbereiten Einheimischen. Wir kommen wieder!