Roadbook Eintrag #14 – Portugals berühmte Wellen

Marco und Josi gefällt’s sehr gut am süd-westlichsten Zipfel Portugals mit den vielen Buchten. Man kann dort fast überall kostenlos über Nacht und ohne Stellplatz stehen. Auch Entsorgen oder Wasser tanken geht teilweise sogar kostenlos an viele Supermärkten. Heute fahren sie weiter hoch in den Norden, immer entlang der Küste. An den vielen Lagunen dort kann man leider nur bedingt kiten, deshalb schauen sie zu den Stränden von Villa Nova des Milfontes, Sines und zur Lagoa de Santo André. Aber leider gibt es zu wenig Wind und die Fahrt geht weiter.

Weiter nördlich kommen sie an eine kilometerlange Halbinsel, die sich als ein großes Luxusresort entpuppt. Alles ordentlich und sauber, mit Golfplätzen, gemähtem Rasen, PKW – Tiefgaragen aber keine Parkmöglichkeit für die zwei. Es soll allerdings an der Spitze der Halbinsel einen Kitespot geben, doch dort angekommen gibt es auch da keinen Parkplatz. Also geht’s weiter nach Setúbal zum endgültigen Ziel des Tages, ein Kloster am Cabo Espichel mit Blick auf einen Leuchtturm.

 

Der nächste Tag führt sie zur Lagoa de Albufeira, eine wunderschöne Lagune, in der bei Ebbe viele Sandbänke trocken liegen. Der Wind würde für einen großen Kite reichen, aber kiten darf man eigentlich erst dort, wo die Lagune einem See gleicht. Die nächsten Spots liegen alle direkt an der Küste und haben große Wellen, die bei wenig Wind keinen Spaß machen. So geht es auch hier immer weiter nach oben und sie überqueren den Tejo auf der großen Brücke bei Lissabon.

   

Über eine sehr kurvige Bergstraße gelangen sie in das touristische Guincho. Die Strände sind dort nicht so groß wie Marco und Josi gedacht haben aber weiterfahren wollen beide auch nicht mehr. So bleiben sie auf dem nächsten Campingplatz mit Wifi und Pool und auch das Deutschland – Polen – Spiel kann verfolgt werden.

Erneut ist ein weltberühmter Wellenreitspot ihr Ziel: Die Halbinsel Peniche. Dort scheint jeder mit einem Surfboard unter dem Arm aufzuwachsen, denn die ganze Infrastruktur ist auf das Wellenreiten ausgelegt: es gibt Shops, Schulen und jede Menge Unterkünfte. Der südliche Strand heißt (selbstredend) Supertubos. Am nördlichen Strand, Beleal, gibt es einen großen Parkplatz an dem sie übernachten wollen. Wie es der Zufall so will, treffen sie die Tschechen wieder, die sie in Marokko kennengelernt haben und gemeinsam wird in der Stadt Pizza gegessen. Warum die Rechnung nach der Reklamation eines nicht bekommenen Wassers nochmal 4€ teurer wurde weiß niemand.

Zurück am Parkplatz stellen sie fest, dass dieser zusammen mit den umliegenden Bars zur Partymeile verwandelt wurde. Aber gut, der Parkplatz war offenbar kostenfrei, also wurde die Nacht dort verbracht. Allerdings klopfte am nächsten Morgen die Polizei an und wies sie darauf hin, ihr Auto doch auch ordentlich statt quer in die Parklücke zu stellen – kein Kommentar zur Übernachtung auf dem Parkplatz.

Die Entschädigung für die unruhige Nacht und das frühe Wecken kam in Form von Wind. An der nächsten Surfschule wurden die Kitespots ausgemacht, ein Wellenreitkurs für den Nachmittag gebucht und ab ging es mit dem 9er und 10er aufs Wasser. Dort gab es wohl mit Abstand die größten Wellen, die sie bisher auf ihrer Reise gesehen haben deshalb genossen beide die super Session. Um vier begann dann der Wellenreitkurs. Allerdings müssen sie sich eingestehen, dass sie lieber beim kiten bleiben wollen. Weniger Stress, nicht so anstrengend und es macht ihnen mehr Spaß.

Abends verlassen Marco und Josi das Getummel und fahren durch das Nobelviertel Praia D’El Rey zu einem einsamen Strandparkplatz am Praia do Pico. Wie mit der Schere abgeschnitten endet der Asphalt und ein Feldweg führt zu einem kleinen Parkplatz an einem menschenleeren Strand.

Am nächsten Morgen peilen sie die nächste Lagune an: die Lagoa do Òbidos und später dann weiter bis nach Nazaré.

Nazaré ist unter Wellenreitern mittlerweile weltberühmt. Garrett McNamara hält hier den Weltrekord für die höchste je gesurfte Welle. Wenn das Meer hier allerdings so ruhig ist, kann man sich kaum vorstellen wie eine über 20m hohe Welle aussehen soll aber man muss wohl im Winter herkommen, dann wenn der Swell groß ist.

Kurz vor Aveiro bricht dann auch schon der letzte Abend nach zwei schönen Wochen in Portugal an. Die Sonne verabschiedet sich mit einem Bilderbuchuntergang. Nur eine Düne trennt Marco und Josi vom Strand, 2700km von zu Hause.

Auf unserer Karte seht ihr wie immer Marcos und Josis aktuellen Aufenthaltsort. Checkt außerdem unser Roadbook und lest alles über ihre bisherige Reise nach!